Alles über Messtechniken

RADARFALLE – BLITZER – LASER – LICHTSCHRANKE – STARENKASTEN – INFRAROT

Radarfalle und Blitzer kurz erklärt:

Radarfalle

In der Umgangssprache werden für Geschwindigkeitsüberwachung häufig Begriffe wie “Radarfalle”, “Blitzer”, “Kamera”, Starkasten o.ä. benutzt. Hier ist darauf hinzuweisen, daß diese teilweise irreführend sind und das Gerät bzw. dessen Funktionsweise nur unzureichend beschreiben. Ursache hierfür sind die unterschiedlichen Technologien, die bei einer Messung zum Einsatz kommen können. Denn längst nicht jede Radarfalle arbeitet mittels „Radar“. Prinzipiell finden gegenwärtig in der Praxis viele unterschiedliche Messmethoden Verwendung.

Die Radarfalle

Radarfallen, Messanlagen also, die tatsächlich Radar zur Geschwindigkeitskontrolle nutzen arbeiten in Europa meist mittels der sogenannten Ka Band (meistverbreitetes Frequenzband – siehe am Beispiel Multanovavr 6f Radar Blitzer ). Auf europäischen Straßen meistens mit 34,3 GHz oder auch 34,0 Ghz. Hier funktionieren mobile Radarwarner oder Einbau Radarwarner ideal.

Ältere Radarfallen Frequenzbänder wären das X Band sowie K Band. Das erstere (X-Band) wird in Deutschland nicht mehr verwendet. Das K-Band im Frequenzbereich 24.125  GHz kommt „noch“ vereinzelt zum Einsatz, wobei diese Messfrequenz sehr häufig für andere Zwecke Verwendung findet, wie etwa für Rückspiegel als Totwinkel Assistent oder Abstandstempomaten aber auch automatische Türen bei Supermärkten, Banken oder Tankstellen. Auch hier funktionieren mobile Radarwarner oder Einbau Radarwarner. Jedoch ist hier darauf zu achten, dass Fehlalarme aus den genannten Gründen vorkommen können. Daher ist hier wichtig, ein Radarwarngerät zu wählen, der sehr gute Filterung für das K-Band bietet. Meist sind dies hochpreisige Modelle. Unsere Radarwarner Empfehlung.

Geschwindigkeitskontrollen via Laser und Lichtschranken Technik

Einseitensensor_ESO_ES_3.0 Blitzer
Einseitensensor_ESO ES 3.0 Blitzer

Es ist vor allem in den letzten Jahren festzustellen, daß gleichermaßen Radarmessung, der Einsatz eines Laserstrahls und sowie die für den mobilen Einsatz nun weniger aufwendig zu installierenden Lichtschranken Messungen zum Einsatz kommen (hier wird z.Z. öfters die spezifische Einseitensensor Meßanlage eso 3.0 genutzt). Dies wird insbesondere in den neuen Bundesländern aber auch in anderen Bundesländern wie Baden Württemberg oder Bayern deutlich, in welchen die Polizei in den letzten Jahren mit neuester Technik aufrüstete und sich dabei überwiegend neben Radar auch für ESO Lichtschranken und Laser Messungen entschied. Auf Autobahnen wird auch häufig auf die Lichtschranken Messgeräte (ESO3.0) zurückgegriffen. Optimale Abhilfe schafft hier unsere Rubrik: Laserblocker und Lichtschranke

Fixe Radarfalle & Ampel Blitzer

Blitzer
Blitzer

Eine weitverbreitete Messmethode sind festinstallierte Radarfallen – sogenannten “Starenkästen” oder “Ampel Blitzer”, die europaweit angetroffen werden können. Die Messtechnik kann hier variieren, jedoch ist eine Warnung per GPS als POI-Warnung sehr einfach. Hier schaffen entweder günstige POI-Warner oder Radarwarner mit GPS inkl. POI-Warnung eine effektive Abhilfe.

Section Conrol – Streckenabschnittsmessung

Diese Messmethode übwerwacht nicht nur punktuell, sondern deckt einen längeren Streckenabschnitt. Es wird zu Beginn und Ende eines Abschnitts eine Auswertung der mittleren Geschwindigkeit ermittelt, sodass ein kurzzeitig erhöhtes Tempo nicht maßgeblich ist, sondern die länger gefahrene Geschwindigkeit. Auch hier bieten POI-Warner oder Kombigeräte mit GPS optimalen Schutz.

TIP: Achten Sie hier besonders auf eine aktuelle europaweite Datenbank sowie Updatemöglichkeit.

Provida – Messung per Videoaufzeichnung

Die Messung per Videoaufzeichnung (Provida Verfahren) ist aufgrund der eher geringen Zahl von entsprechend ausgerüsteten zivilen Dienstwagen sehr unwahrscheinlich und selbst im Falle eines Falles ist es gängige Praxis, daß die Beamten nur “ganz schwere Verkehrsübertretungen” wie Drängeln, Nötigen bzw. massivste Geschwindigkeitsübertretungen ahnden. (Schutz bietet hier das BLUEYE)

Meßmethoden und Warnmöglichkeiten

Es existieren also verschiedene technische Möglichkeiten, die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs zu erfassen. Aus diesem Grund ist es leider nicht möglich, sämtliche Möglichkeiten durch ein einzelnes Gerät technisch zu erfassen. Vielmehr müssen Kombi Geräte (2-in1) oder mehrere Geräte parallel betrieben werden, um ausreichenden Schutz zu erreichen. Die untenstehende Übersicht erläutert die zum Einsatz kommenden Messmethoden und erklärt, gegenüber welchen ein Radarwarner oder ein GPS Blitzerwarner einen ausreichenden Schutz bietet.

Mobile Radarmessung:

Die Radarfalle kann in einem Fahrzeug oder auf einem Stativ am Straßenrand installiert werden (Grundsätzlich werden 2 Frequenzbänder in Deutschland verwendet: K Band – 24.125 Ghz sowie KA Band 34,3 Ghz) .

Es kontrolliert den ankommenden Verkehr und ist bis in eine Entfernung von 40 m wirksam. Dabei trifft die Radarstrahlung auf das Fahrzeug und wird reflektiert. Bewegt sich das Fahrzeug auf die Meßanlage zu, erhöht sich die Frequenz der reflektierten Strahlung. Daraus wird das Tempo errechnet. Liegt es über dem Limit, wird ein Foto („mit Blitz“) ausgelöst, um Kennzeichen wie Fahrer festzuhalten. Auf dem Foto wird das gemessene Tempo eingeblendet. Von diesem werden je nach Gerät Toleranzen von 3-5 km/h abgezogen. Sind weitere Fahrzeuge in gleicher Fahrtrichtung im Abstand von weniger als 20m Abstand auf dem Foto, darf die Messung nicht verwendet werden. Mögliche fehlerhafte Messungen, etwa durch Reflexionen, können durch einen Sachverständigen anhand des Fotos meist erkannt werden.

  • mit Abstand am häufigsten angewandte Methode zur flexiblen Geschwindigkeitsüberwachung, europaweit im Einsatz
  • rechtzeitige Warnung durch einen Radarwarner problemlos möglich

Fixe Radarmessung (Starenkasten Radarfalle):

Diese Radarfalle ist fest am Straßenrand in einer Box installiert und ist damit über GPS Radar Datenbank lokalisierbar (GPS Warner bzw. Radarwarner mit GPS).

Es kontrolliert den ankommenden Verkehr und ist bis in eine Entfernung von 40 m wirksam. Dabei trifft die Radarstrahlung auf das Fahrzeug und wird reflektiert. Bewegt sich das Fahrzeug auf die Radarfalle zu, erhöht sich die Frequenz der reflektierten Strahlung. Daraus wird das Tempo errechnet. Liegt es über dem Limit, wird ein Foto („mit Blitz“) ausgelöst, um Kennzeichen wie Fahrer festzuhalten. Auf dem Foto wird das gemessene Tempo eingeblendet. Von diesem werden je nach Gerät Toleranzen von 3-5 km/h abgezogen. Sind weitere Fahrzeuge in gleicher Fahrtrichtung im Abstand von weniger als 20m Abstand auf dem Foto, darf die Messung nicht verwendet werden. Mögliche fehlerhafte Messungen, etwa durch Reflexionen, können durch einen Sachverständigen anhand des Fotos meist erkannt werden.

  • selten in Deutschland genutzt, häufig europaweit im Einsatz, insb. Schweiz und Österreich
  • rechtzeitige Warnung durch einen Radarwarner problemlos möglich
  • rechtzeitige Warnung durch einen GPS Blitzerwarners problemlos möglich

Strecken Radar (Section Control):

„Stationäre Messanlagen sind nur kurz vor und kurz hinter dem Standort wirksam“, sagt das Bundesverkehrsministerium. Deswegen forderten viele Experten beim Verkehrsgerichtstag in Goslar die Einrichtung von „Section Control“ – Abschnittskontrollen für Baustellen und andere gefährliche Autobahnstrecken. So soll die Einhaltung von Tempolimits durchgesetzt werden, um Unfälle zu vermeiden.

So funktioniert „Section Control“: Am Beginn und am Ende der Strecke werden Fahrzeug und Fahrer automatisch mit einer Digitalkamera fotografiert. Zudem wird die Zeit für das Durchfahren des Abschnitts gemessen, um das Durchschnittstempo zu ermitteln.

Allerdings ist diese Messmethode Datenschutzrechtlich sehr umstritten, da bereits ohne Anfangsverdacht und Grund Personenrelevante Daten ohne Erlaubnis erhoben werden.

Im europäischen Ausland bereits gang und gäbe. In anderen Ländern wie Italien oder den Niederlanden ist das Strecken-Radar längst erprobt. Auch in Österreich sei „Section Control“ eine Erfolgsgeschichte, sagen die Behörden.  Die ersten Anlagen wurden 2003 in einem Tunnel der A22 und 2004 auf einem unfallträchtigen alpinen Abschnitt der A2 eingerichtet.

Zunächst wird „Section Control“ in Deutschland nur erprobt. Der Arbeitskreis des Verkehrsgerichtstages, der sich mit „Section Control“ beschäftigte, sprach sich schließlich mit knapper Mehrheit dafür aus, zunächst einen Versuch zu starten. Dazu soll eine Strecke ausgesucht werden, auf der sich innerhalb von drei Jahren auf einem Kilometer mindestens drei Unfälle mit schwerem Personenschaden ereignet haben. Der Gesetzgeber solle die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Wichtig sei, dass die erhobenen Daten nur für die Tempoüberwachung verwendet werden dürfen.

NEU: Die Daten von korrekt fahrenden Autofahrern müssten sofort gelöscht werden. Nach neuestem Beschluss soll es kein Streckenradar in Deutschland geben.

  • rechtzeitige Warnung durch Nutzung eines GPS-warners problemlos möglich 

Laser Messung:

Per Laser Blitzer kann der ankommende wie auch der abfließende Verkehr bis zu rund 300m Entfernung kontrolliert werden. Das Gerät wird mit der Hand oder auf einem Stativ betrieben. Dabei werden unsichtbare Lichtimpulse ausgesendet, die das Autokennzeichen reflektiert. Aus der Laufzeit dieser Impulse errechnet sich das Tempo.

Auch hier werden 3km/h Toleranz vom Meßergebnis abgezogen. Für eine gültige Messung muß das Kennzeichen mit Hilfe eines Visiers angepeilt werden. Messungen durch Autoscheiben sind nicht zulässig. Werden nicht alle ausgesandten Signale störungsfrei wieder empfangen, etwa wegen eines stark verschmutzten Autos, bricht das Gerät die Messung automatisch ab. Das gilt auch, wenn einzelne Werte außerhalb der Toleranz liegen, etwa durch Verwackelung. Da beim Lasern kein Foto gemacht wird, muß das Fahrzeug sofort nach der Messung angehalten werden, um neben den Meßwerten die Fahrer- und Fahrzeugdaten zu protokollieren. Mögliche fehlerhafte Messungen sind wegen des fehlenden Fotos schwieriger nachzuweisen.

  • öfters in Deutschland genutzt, auch europaweit im Einsatz, insb. Schweiz und Österreich
  • rechtzeitige Warnung durch Nutzung eines Radarwarners möglich, da vorausfahrende Fahrzeuge ebenfalls gemessen werden
  • eine ideale Lösung ist die vollständige Verhinderung einer Messung durch Einsatz eines Laserjammer (z.B. Antilaser ALP2 Dual bzw. Genevo oder Stinger VIP mit Laser).

Infrarot Messung:

Damit kann nur der ankommende Verkehr bis zu rund 50m Entfernung kontrolliert werden. Das Gerät wird in der Hand oder auf einem Stativ betrieben, das Tempo wird ähnlich der Lasermessung errechnet. Auch hier werden 3km/h Toleranz vom Meßergebnis abgezogen. Die Messung läuft automatisiert und wird auf Video aufgezeichnet. Sind mehrere Fahrzeuge einer Fahrtrichtung im Meßbereich, ist die Messung ungültig. Zwischen dem Gerät und dem Meßbereich dürfen keine Hindernisse (Schilder, Sträucher, parkende Autos) stehen. Mögliche Fehlmessungen können von einem Sachverständigen anhand des Videos identifiziert werden.

  • kaum in Deutschland genutzt, aber europaweit im Einsatz, insb. Italien
  • Warnung durch Nutzung eines Radarwarners kaum möglich (Ausnahme Genevo FF, Antilaser ALP, Blinder Laserjammer)

Rotlicht Blitzer bzw. Starenkasten mit Kontaktschwellen in der Fahrbahn:

Diese fest installierte Anlage errechnet das Tempo aus der Durchfahrtszeit zwischen vor ihr in der Straßendecke verlegten druckempfindlichen Kabeln. Sie mißt nur den ankommenden Verkehr. Ein möglicher Verstoß wird mit Foto samt eingeblendetem Wert festgehalten. Auch hier werden 3km/h Toleranz vom Meßergebnis abgezogen. Die Meßkabel müssen regelmäßig gesondert untersucht werden.

  • häufig in Deutschland genutzt, europaweit im Einsatz, Standorte aber kaum wechselnd
  • rechtzeitige Warnung durch Nutzung eines GPS-warners problemlos möglich
  • Warnung durch Radarwarner technisch nicht möglich

Videonachfahrmessung:

Dabei fährt das Meßfahrzeug dem zu kontrollierenden Auto auf einer Strecke von mindestens 300m hinterher. Eine Videokamera hält die Verfolgungsfahrt fest, ein an den Tacho angeschlossener Rechner ermittelt die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit auf der Verfolgungsstrecke. Es erfolgt ein Toleranzabzug von 5 km/h. Bei Zweifel an den Werten kann ein Sachverständiger das Meßvideo überprüfen.

  • in Deutschland regelmäßig auf Autobahnen genutzt, Fahrzeuge deutscher Marken der Mittel- und Oberklasse
  • Warnung durch Radarwarner oder GPS Blitzerwarners technisch nicht möglich
  • Neu seit 2015: Warnung nur durch separates Gerät Target Blueye möglich (in nahezu allen(!) Bundesländern und auch europaweit)

Lichtschrankenmessung:

Die Lichtschranke steht in rund 60cm Höhe im rechten Winkel zur Straßenachse. Wird es mit 2 Fotoanlagen betrieben, kann es die Fahrbahn sowie die Gegenfahrbahn überwachen. Zwei Uhren messen getrennt die Zeit zwischen der Fahrt in den Meßbereich hinein und heraus und ermitteln daraus die Geschwindigkeit. Auch hier werden 3km/h Toleranz vom Meßergebnis abgezogen. Ein möglicher Verstoß wird mit Foto samt eingeblendetem Wert festgehalten. Das neue Einseitensensor Meßgerät es 3.0 arbeitet einseitig und löst mittels optischer Lichtreflexionen ein Foto aus. Zu erkennen ist das Gerät an einer flachen grauen Box mit 5 Linsen, die im rechten Winkel zur Fahrbahn aufgebaut ist. Einige Meter in Fahrtrichtung dahinter steht der Rotlichtblitzer und die Kamera zur Aufnahme des Bildes.

  • in Deutschland inzwischen häufiger genutzt, europaweit unbekannt
  • Störung durch es 3.0 Blocker (Festeinbau) möglich
  • Warnung durch Radarwarner oder GPS Warner bzw. Laserjammer technisch nicht möglich

Quelle. Auto-Bild 2004, Ausgabe 4 mit eigenen Ergänzungen und Aktualisierungen (2019)
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